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Telefonbier Communication Breakdown
Bars, Kneipen, Cafés, Restaurants - alles Orte der Begegnung und der Unterhaltung.
Was die Informationstransferleistung Gast à Servicepersonal betrifft, könnte damit bald Schluss sein und wir könnten uns, dank der Bestellung per SMS, endlich einzig und allein auf unsere Tischnachbarn konzentrieren. Keine verzweifelte Ausschau nach der Kellnerin, keine überflüssigen Gespräche mehr, kein vertröstendes "Sorry, ich komm' gleich zu Ihnen!".
Ein vermeintlicher Vorteil, jedoch wurden nicht nur die Preise in der Gastronomie zur Euro-Einführung größtenteils deutlich angehoben, nun "muss" ich mir schon genau überlegen was und wie oft ich per SMS bestelle, denn beim Preis von 10ct/ SMS kommen am Abend in einer großen Runde schnell mal 1-2 EUR zu Stande.
Wenn's dabei bliebe. *Seufz* Was nämlich viel mehr ins Geld geht als die eigentliche Bestellung, ist der ständige Einigungsprozess, wer denn die Bestellung aufgibt:
"Ich habe Durst" - erhalte ich gerade von meinem Kumpel Jens von rechts auf's Telefon geschickt.
"Schick's Tommi, der wollt' eh gerade bestellen" - sende ich zurück.
"Will jemand ein Bier?" - erscheint in diesem Moment auf dem Display, denn Olli und Peter von gegenüber waren sich anscheinend nicht einig und haben beide jeweils 2 Bier bestellt. Jetzt wird's hektisch, denn 2 Bier für drei Leute bedingt eine schnelle Rückantwort, so kann ich mir die Kosten für die Bestellung sparen.
Olli schiebt mir ein Bier `rüber, da piept's schon wieder.
Es ist Jens, der zu langsam war: "Ich bestelle jetzt, braucht noch jemand was?"
"Hast du gerade was gesagt?" wende ich mich an Bernd am Nachbartisch.
"Nö, das war gestern", antwortet der.
(Der Autor hat noch niemals per SMS bestellt. Etwaige Ähnlichkeiten zu wahren Personen sind rein zufällig.)
[ brooze ] 02/2002
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